Absturzsicherung, PSA nach DGUV und rechtliche Pflichten für Solarreiniger auf Dächern – die kompakte Übersicht.
Absturz bleibt Risiko Nr. 1
Die DGUV meldet Solarreinigung als Tätigkeit mit überdurchschnittlichem Absturzrisiko. Rechtlich verantwortlich ist der Unternehmer – und im Schadensfall persönlich haftbar.
Wann greift welche Schutzmaßnahme?
Die Rangfolge nach ArbSchG und DGUV Regel 112-198:
- Kollektivschutz (Gerüst, Randnetz, Absturzsicherung)
- Auffangsysteme (PSA gegen Absturz + Anschlagpunkte)
- Rückhaltesysteme (verhindern das Erreichen der Absturzkante)
Persönliche Schutzausrüstung ist immer nachrangig zu Kollektivschutz.
PSA-Komponenten
- Auffanggurt nach EN 361
- Verbindungsmittel mit Falldämpfer nach EN 355
- Höhensicherungsgerät (mitlaufender Falldämpfer) nach EN 360
- Anschlageinrichtung nach EN 795 – temporär oder fest
- Helm mit Kinnriemen nach EN 397 / EN 12492
Anschlagpunkte auf PV-Dächern
Problem: PV-Module werden häufig auf Bestandsdächern nachgerüstet, ohne feste Anschlagpunkte. Lösungen:
- Fest montierte Anschlagpunkte nach EN 795 A/B/D
- Mobile Systeme (Ballast, Klemmvorrichtungen)
- Sekuranten-Seilsysteme – teuer, aber komfortabel
Pflichten des Unternehmers
- Gefährdungsbeurteilung schriftlich (§ 5 ArbSchG)
- Unterweisung mindestens jährlich (DGUV V 1)
- Rettungskonzept (hängetraumatische Rettung binnen 20 Min)
- PSA-Sachkundeprüfung jährlich
In der Schulung
Sicherheit ist fester Bestandteil unserer Solarreinigungs-Schulung und der OQS-Zertifizierung.
Häufige Fragen
Reicht ein Auffanggurt allein?
Nein. Er ist Teil eines Systems aus Gurt, Verbindungsmittel/Höhensicherung und Anschlagpunkt. Ohne Anschlagpunkt ist der Gurt wertlos.
Wie oft muss PSA geprüft werden?
Mindestens jährlich durch eine Sachkundige Person, zusätzlich Sichtprüfung durch den Nutzer vor jedem Einsatz.

