Sprüh- und Waschdrohnen: Technik, Leistung, Recht und wann sich der Einsatz gegenüber Roboter oder Handreinigung lohnt.
Fliegende Reiniger
Sprüh- und Waschdrohnen kommen ursprünglich aus dem Agrarbereich (DJI Agras & Co.) und haben sich in wenigen Jahren zur dritten Reinigungsmethode neben Handarbeit und Roboter entwickelt.
Typische Systeme
- Reine Sprühdrohnen – z. B. DJI Agras T50/T100, Hercules 20: 20–70 l Tank, breite Düsen, ideal für Vor- und Nachspülung.
- Kombisysteme mit rotierender Bürste – z. B. Solaris C60V, Aeroclean P3 T50: mechanische Reinigung + Wasser.
- Wall-Cleaning-Drohnen – z. B. Sherpa, KTV Working Drone: für vertikale Flächen; auch Fassaden-PV.
Leistungsdaten
- Flächenleistung: 8.000–15.000 m² pro Tag
- Wasserbedarf: 0,3–1,5 l/m² (deutlich weniger als Handreinigung)
- Wind-Grenze: meist 8–10 m/s
- Nutzlast: 20–100 kg Wasser
Rechtlicher Rahmen (EU/DE)
- EU-Drohnenverordnung (2019/947): Open oder Specific Category, je nach Gewicht & Umgebung.
- A2/A3-Fernpilotenkenntnisse oder STS-01/STS-02 Operator-Zulassung
- Betriebsgenehmigung vom LBA für gewerbliche Nutzung mit hohen Nutzlasten
- Betriebshaftpflicht mit ausreichender Deckungssumme (> 1 Mio €)
Wann lohnt sich die Drohne?
Ja, wenn:
- Roboter geometrisch nicht einsetzbar (verwinkelte Aufdach-Anlagen, Freiflächen mit Wegemangel)
- Sehr große Flächen mit begrenztem Wasserzugang
- Ergänzung zu Bodensystemen (Vorspülung, Randmodule)
Weniger geeignet:
- Anlagen mit starker Punktverschmutzung (mechanische Nachbearbeitung nötig)
- Wohnbereiche mit Lärm- und Datenschutzsensibilität
- Wetterabhängige Kurzeinsätze
Alle Modelle mit Spezifikationen: Solarreinigungsdrohnen-Datenbank.
Häufige Fragen
Ersetzt die Drohne den Roboter?
Selten. In der Praxis ergänzt sie ihn – z. B. für Vorspülung, Randmodule und Bereiche, die der Roboter nicht erreicht.
Wie viel kostet ein professionelles Drohnensystem?
Zwischen 25.000 € (Sprühdrohne + Zubehör) und 100.000 € (Kombisystem mit Reserve-Akkus, Anhänger, Wasseraufbereitung).

